AusLand

Au-Pair in Seattle

Herzlich willkommen! In diesem Blogbeitrag werde ich euch etwas aus meinem Leben in den USA als Au-Pair erzählen. Ich habe mich dazu entschieden ins Ausland zu gehen, weil ich einfach mal weg wollte, um etwas Aufregendes zu erleben und um Neues kennen zu lernen. Die USA war außerdem schon von klein auf ein Wunschziel von mir.

Und plötzlich war ich weg

Mit dem Zug ging es zuerst einmal zum Flughafen Zürich, begleitet von meiner Mama und meinem Bruder mit einem Handgepäckskoffer und einem vollgestopften 22kg Koffer. Das Abenteuer meines Lebens erwartete mich 8.460km weit entfernt. Also am andern Ende der Welt, wie es so schön heißt.

Zum Glück traf ich gleich auf eine Mitreisende, mit der ich zuvor schon Kontakt hatte und wir waren beide froh, dass wir zusammen fliegen und sogar nebeneinander sitzen konnten. Für mich war es der erste Langstreckenflug meines Lebens und ich war ziemlich nervös.

Nachdem ich mich von meiner Familie verabschiedet hatte und natürlich noch einige Tränen geflossen sind, ging es auch schon los. Der Flug war recht angenehm und nach neun Stunden kamen wir müde und erschöpft an. In einer Stadt, die ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte – New York City!

Dort hatten wir ein viertägiges Training, bei dem wir alles gelernt haben, was zukünftige Au-Pairs wissen sollten. Bereits in den ersten Unterrichtsstunden habe ich bemerkt, wie anders die Amerikaner sind. Fröhlich, positiv gestimmt, in einer super Laune und total freundlich. Der Unterricht hat richtig viel Spaß gemacht und wurde super gestaltet. Der einzige Nachteil war, dass wir kaum geschlafen hatten. Zum einen wegen dem straffen Programm, zum andern, weil wir alle so aufgedreht waren und es kaum erwarten konnten, unsere Reise fort zu setzen.

Bald war es dann auch soweit und alle Au-Pairs gingen ihren eigenen Weg und flogen über den ganzen Staat verteilt zu ihren Gastfamilien. Für mich bedeutete das, nochmal 6 Stunden zu fliegen. Jedoch wieder nicht alleine (als Au-Pair alleine sein, kommt echt selten vor!). Mit fünf anderen Mädels ging es auf nach Seattle. Darunter war auch Valentina aus Chile, die mittlerweile eine richtig gute Freundin geworden ist. Weiters waren noch ein Mädchen aus Südafrika, mit welcher ich auch noch Kontakt habe, ein Mädchen aus Schweden, eine aus Brasilien und eine aus Kolumbien.

Allen voran war ich dann am Seattle Tacoma International Airport, weil ich es kaum erwarten konnte, endlich meine Gastfamilie bzw. meine Gasteltern zu treffen, die schon am Gepäcksband auf mich warteten. Die Kinder waren schon im Bett, da es spät abends war. Meine Gasteltern haben mich mit offenen Armen empfangen und ich fühlte mich von der ersten Sekunde an wohl bei ihnen. Sie sind dann extra noch an Downtown Seattle vorbei gefahren, damit ich die Aussicht bei Nacht genießen konnte – es war der absolute Wahnsinn! Mein Gedanke war nur „Oh mein Gott und hier werde ich für ein Jahr leben!“. Als wir zuhause ankamen, lernte ich gleich noch die Mutter meiner Gastmutter kennen und mir wurde das Haus gezeigt. Kurz danach ging es für mich auch ins Bett – endlich! Das bequemste Bett, das ich je hatte übrigens. Wie ich jemals ohne dieses Bett klar kommen soll, weiß ich bis heute noch nicht.

Stadt erkunden und einleben

Am Wochenende hatte ich erstmal frei und nutzte die Gelegenheit, die Stadt zu erkunden und natürlich auch, um so richtig in Einkaufslaune zu kommen (was hier überhaupt kein Problem darstellt). Bevor ich hierher kam, hat mir Seattle eigentlich nicht viel gesagt. Ich habe mir angeschaut, wo genau das liegt und sah nur „Ach, das ist ja gar nicht weit von Kalifornien entfernt“. Was natürlich schon mal super war, denn Kalifornien zu bereisen, war immer schon ein großer Traum von mir.

Aber jetzt erstmal zurück zu Seattle/Washington State. Beim Skypen meinte mein Gastvater bereits „You get the best of both worlds!“. Damit wollte er eigentlich sagen, dass Washington State alles zu bieten hat: Berge, Strände, Seattle als Großstadt und noch vieles mehr. Und nach gar nicht allzu langer Zeit, hat mich Armors Pfeil auch direkt getroffen und ich habe mich in Washington State verliebt.

Ich schlenderte durch Downtown, erkundete den berühmten Pike Place Market, genoss den nebeligen Ausblick von der Space Needle aus, fuhr eine Runde mit dem Ferris Wheel, gönnte mir einen (eigentlich viele) Kuchen in der Cheesecake Factory, wurde Stammkunde bei Victoria’s Secret & Pink sowie Starbucks und machte jede Menge Wanderungen, wie zum Beispiel zum Mount Rainier.

Reisen, reisen, reisen

Auf unserem „Twilight Roadtrip“ erkundeten wir die Drehorte und hörten von unserem Zelt aus, das wir irgendwo im Nirgendwo platziert hatten, einen Wolf heulen.

Ich reiste nach Kalifornien, Oregon, Texas, Florida (zweimal), Tennessee, Georgia, Kanada, Nevada, Arizona (zweimal), Utah, New York again, Washington D.C. und Pennsylvania – ich glaube das war alles. Ich war auch mal ganz kurz in vier Staaten gleichzeitig. Wir sind da zum 4 Corner Monument gefahren, wo Utah, New Mexico, Colorado und Arizona an einem Punkt aufeinandertreffen. Bevor Amerika den größten Fehler aller Zeiten gemacht hat und den neuen Präsidenten gewählt hat, hatte ich noch das Glück in New York von einem Bus aus Präsident Obama zu sehen. Da sind wir alle ziemlich ausgeflippt als wir ihn von sehr weiter Entfernung sehen konnten.

Leben als Au-Pair

Ach ja, abgesehen vom Reisen und den anderen Abenteuern muss ein Au-Pair natürlich auf Kinder aufpassen, um das mal nicht zu vergessen, denn jetzt kommt der wichtigste Teil:

Die Gastfamilie vertraut einer fremden Person ihre Kinder an, das bedeutet jede Menge Verantwortung und Eigenständigkeit. Ein Au-Pair muss sehr flexibel sein und manchmal ist es echt hart. Das ist nicht so einfach wie mal schnell ein paar Stunden Babysittern. Die Kinder sind immer da, egal ob man arbeitet oder nicht! Work-Life-Balance in diesem Job – das kann ich leider auch nicht erklären, denn die Arbeit ist dein Leben.

Aber sind wir jetzt mal ganz ehrlich, wer Kinder mag und sich vorstellen kann mehrere Stunden am Tag mit ihnen zu verbringen, der sollte das Abenteuer Au-Pair auf jeden Fall wagen. Kinder geben einem so viel zurück! Meine sind meistens ziemlich süß und einfach zu handhaben. Ich passe übrigens auf Zwillinge auf (Jungs), die bald 5 werden. Und ohne die zwei wäre das alles nicht annähernd so toll. Inzwischen sind wir schon best friends und können uns alle nicht vorstellen, dass ich irgendwann wieder nach Hause gehe.

Bereits am zweiten Tag meinte einer meiner Jungs „We should keep you, because I love you“ und da schmilzt das Herz schon ziemlich weg. Außerdem halten die Kleinen einen fit und im Haus ist immer Action angesagt. Ich kann zu 100% sagen, dass mir zuhause dann langweilig sein wird ohne das süße Duo. Womöglich wundert ihr euch über den Ausdruck „meine Kinder. Das passiert im Au-Pair Leben aber ganz schnell, dass sie zu deinen „eigenen Kindern“ werden, obwohl sie es gar nicht sind 😉

Auf Kinder aufpassen in den USA ist auch anders als beispielsweise zuhause in Östereich, denn in den meisten Fällen kann man mit ihnen überall hin fahren. Ja, fahren mit dem Auto. Dazu komme ich gleich noch. Auf jeden Fall sind die kids places in den USA richtig cool, da möchte man meistens selber nochmal Kind sein und vom Trampolin in die Schaumgrube springen oder die Rutsche in den Bällchenpool ausprobieren. Vieles hier ist wirklich genauso wie in den Filmen.

Autofahren in den USA

Jetzt kommen wir mal zum Thema Autofahren in den USA, denn das ist eine der größten Sorgen von Au-Pairs. Als american by heart kann ich nur sagen „what a piece of cake!“ damit meine ich so viel wie: Das ist wirklich das kleinste Problem!

Die meisten Familien hier haben ein Automatikauto, was super einfach ist. Bei mir lief das so ab: Ich musste in der ersten Arbeitswoche noch nicht Auto fahren, hatte aber die Möglichkeit, den Schlüssel zu nehmen und zu üben. Das hab ich dann auch nach ein paar Tagen der Überwindung gemacht. Ich stieg ein in den full-size Mazda 5, startete den Motor und dachte… „oh Gott, das Auto ist so groß!“ (Für Amerikaner jedoch klein!)

Als ich dann die Musik eingeschalten hatte, verflog meine Angst aber ganz schnell und schwubs ging es rückwärts aus der Ausfahrt raus, durch den Vorort, in dem ich lebe und aus Versehen bin ich dann noch auf der Autobahn (hier Highway oder Freeway genannt) gelandet und schlussendlich wieder heil zu Hause angekommen.

Inzwischen fahre ich ganz easy mal ein paar Stunden durch, wenn wieder ein Roadtrip angesagt ist. An manchen Wochenenden kommen da zu zweit schon über 1000 Meilen zusammen. Dementsprechend müde bin ich dann auch am Montag, der dazu noch mein längster Arbeitstag ist (9,5 Stunden Tag).

Da dieser Blogbeitrag nun schon ewig lange ist, sollte ich wirklich einmal zum Ende kommen. Ich verlinke hier noch die Website meiner Au-Pair Organisation, die ich zu 100% empfehlen kann und mit der ich nur gute Erfahrungen gemacht habe: intrax

Sowie mein Instagram Profil (für weitere Fragen gerne offen): Instagram

Und zum Schluss noch meinen kleinen aber feinen Youtube-Kanal: Youtube