ImLändle

Vom Ländle ins Ländle

Nicht nur im schönen Schwabenländle, sondern auch auf dem Land aufgewachsen, soll es nach dem Abitur woanders hin. Und was liegt da näher als Deutschlands schönstes Nachbarland näher kennen zu lernen und für ein Jahr ins nächste Ländle zu ziehen – nach Vorarlberg. Elf Monate habe ich im westlichsten Bundesland Österreichs gelebt, zwischen Bergen und Bodensee, Heimweh und der Überlegung zu bleiben, Vergangenheit und Zukunft.

Es hat nicht sehr lange gedauert bis ich mich in Vorarlberg richtig wohl gefühlt habe. Mein Arbeitsplatz war unglaublich. Das Jugend und Bildungshaus St. Arbogast ist ein wunderschöner Ort mit vielen tollen Menschen. Schnell war ich integriert und meine Aufgaben waren abwechslungsreich. Da es keine Sprachbarriere gab, konnte ich selbständig Projekte erarbeiten und überall dabei sein. Das ist der Vorteil, wenn du in deinem EFD deine Muttersprache sprechen kannst. Ein bisschen schwierig war es trotzdem, bei „fürba“, „gsi“, „Hääs“ oder „losa“  verstand ich anfangs nur Bahnhof. Je länger ich dort war, umso mehr fing ich selbst an im Vorarlberger Dialekt zu sprechen – behauptete zumindest meine Familie zuhause.

Dennoch hatte ich einen großen Vorteil gegenüber den anderen Freiwilligen, die aus verschiedenen Teilen Europas nach Vorarlberg kamen. Diese Menschen hätte ich in diesem Jahr aber nicht missen wollen, denn schnell wurden aus zehn zusammengewürfelten Leuten Freunde. Wir kochten gemeinsam, gingen feiern, reisten durch Österreich und wanderten durch die atemberaubende Natur Vorarlbergs.

Daran erinnere ich mich, wenn ich zurück denke, am liebsten. Am Wochenende draußen unterwegs zu sein, in guter Gesellschaft oder auch alleine, war mein Ausgleich und Highlight. Mit geschnürten Wanderschuhen ging es mal mehr, mal weniger hoch hinaus, auf Gipfel, durch Schluchten oder für einen Spaziergang aufs Bödele. Wir stapften durch Schnee und holten uns Sonnenbrand im Januar. Waren durchnässt vom Regen und freuten uns über eine heiße Schokolade oder eine kühle Cola auf den Berghütten.

Die Berge und alles drum herum hatte eine so große Anziehungskraft auf mich, dass ich sogar überlegte, nach meinem EFD in Vorarlberg zu bleiben und dort zu studieren. Davon bin ich aus verschiedenen Gründen jedoch abgekommen. Trotzdem beschloss ich, nicht zurück ins Schwabenländle zu gehen, sondern nach Freiburg im Breisgau. Hier bin ich nun seit wenigen Tagen und studiere Religionspädagogik. Ich bin begeistert von dieser Stadt und froh, dass mich diese 11 Monate in Vorarlberg durch tolle Menschen, viele Erfahrungen und dem Vertrauen in meine Stärken hierher gebracht haben.

Zum EFD kann ich nur sagen, dass es nicht immer ein Land mit Kulturschock, anderer Sprache und besonders weit weg sein muss. Herausforderungen gab es auch für mich genügend und langweilig ist es mir nie geworden. Viel mehr konnte ich mich auf mich selbst konzentrieren und an mir selber wachsen.

Danke an alle, die mich in dieser Zeit unterstützt haben!

www.freigeist.arbogast.at -> die Homepage vom Jugendbüro in dem ich gearbeitet habe. Vorbei schauen lohnt sich!

www.tourenspuren.com -> Tolle Seite mit vielen Wander und Bike Touren in und um Vorarlberg.