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Jobs füllen deine Brieftasche, Abenteuer deine Seele!

Ich war vom 17. September bis 2. Januar in Ngaoubela/Kamerun. Es ist ein 1.000 Seelen Einwohnerörtchen, welches ziemlich weit weg von den großen Städten ist, also so ziemlich im „Busch“. Dort befindet sich ein kleines, aber liebevoll errichtetes Krankenhaus, welches von der Bludenzer Ärztin Dr. Elisabeth Neier geführt wird. Angekommen bin ich in der Regenzeit, das bedeutet täglicher monsunartiger Regen über Stunden. Als jedoch im November die Trockenzeit begann, konnte schon mal die 45 Grad Marke geknackt werden.

Warum nach Kamerun?

Während meiner Ausbildung zu diplomierten Gesundheits-Krankenpflegerin wurde mir klar, dass ich danach eine neue Herausforderung antreten möchte. Während des gesamten 3. Schuljahres suchte ich online nach Möglichkeiten mich freiwillig als Krankenschwester im Ausland zu bewerben. Leider sah dort die Aussicht nicht so rosig aus. Kurz darauf sprach mich eine Klassenkameradin darauf an und erzählte mir von ihren Plänen nach Kamerun zu reisen um dort als diplomierte Fachkraft freiwillig zu arbeiten. Ich fand die Idee super und kurz darauf ging die Reise los!

Meine Tätigkeiten vor Ort

Kurz nach Ankuft wurden wir dem ganzen Krankenhaus-Team vorgestellt und durften bereits an der morgendlichen Übergabe des Nachtdienstes teilhaben. Alles in Französisch, von dem ich am Anfang noch kein Wort verstand. Nach dem Rundgang wurden ich und meine Kameradin in verschiedene Stationen eingeteilt. Ich in den Verbandsraum und sie auf die Intensiv. Während den vier Monaten wechselte ich auf verschiedene Abteilungen wie die Frauenstation oder in den Operationstrakt. Das Tolle an der Arbeit war die Selbstständigkeit. Wir durften uns die Arbeit gemeinsam mit Dr. Elisabeth Neier einteilen und uns aussuchen was wir alles in dieser Zeit erlernen möchten. So durften wir natürlich Tätigkeiten machen, die in Österreich als Krankenschwester nie erlaubt wären.

Insidertipps

Da ich in den vier Monaten wirklich sehr viel durch Kamerun gereist bin, ist mein wohl größter Tipp das „Feilschen“. Hierbei braucht man auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich erinnere mich, als ich mal Stoff für ein Kleid kaufen war. Wir gingen in dieses ganz kleine Häuschen wo Abou auf einem Holzstuhl saß und seine Stoffe verkaufte. Wir verbrachten geschlagene drei Stunden bei ihm um für ein „Pagne“ zu verhandeln. Er hatte die größte Freude mit uns als „Nasara’s“ (die Weißen) und brachte uns einige neue Wörter auf „Fulfulde“, der einheimischen Sprache bei. Auch Sammeltaxis sind in Kamerun gang und gäbe. Die sogenannten „motos“ wurden an besten Tagen mit bis zu elf Personen in einem 4-sitzer Auto untergebracht. Dafür konnte man eine Strecke von etwa 200.000 km für umgerechnet 1,20 Euro fahren. Desweiteren gibt es in den größeren Städten wie zb. Ngaoundere auch wundervolle Wasserfälle und einen atemberaubenden See, der perfekt für eine Abkühlung ist.

Kosten

Der größte Teil der Kosten hatte ich selbst zu tragen. Da war der Flug für etwa 1.000 Euro, Versicherung für 110 Euro, Visum 200 Euro, Verpflegung ca 60 Euro im Monat, verschiedenste Impfungen für ca 400 Euro und noch ca. 2.000 Euro als „Reisegeld“.

Da ich freiwillig über die Non- profit Organisation „Entwicklungspartnerschaft für Kamerun“ ins Krankenhaus nach Ngaoubela gereist bin, habe ich nichts verdient. Diese 4 Monate waren trotz allem so kostbar und lehrreich für mich, dass ich dies jedem nur mit wärmsten Herzen empfehlen kann.