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Zwischen antiker Atmosphäre, moderner Lebenslust, Tzatziki und griechischem Wein

katja-fenkart-athen-2016-6Im April haben mein Freund und ich spontan beschlossen, für ein paar Tage nach Athen zu fliegen – das kalte Wetter in Wien hat vielleicht zu dieser spontanen Idee beigetragen, aber vor allem die Neugier auf die griechische Hauptstadt hat dazu geführt, dass wir den Plan kurzerhand in die Tat umgesetzt haben. Praktischerweise gibt es sehr günstige Ryanair-Flüge von Bratislava nach Athen (Hin- und Rückflug um 55 Euro!), und schon wenige Wochen später war es soweit und wir starteten unseren Kurztrip in die Stadt der alten Philosophen.

Was mich an Athen sofort fasziniert hat, war die unglaubliche Freundlichkeit und Herzlichkeit der Bevölkerung. Egal, ob man mitten in der Nacht im Hostel ankommt, verwirrt nach Orientierung in den kleinen Gässchen sucht oder Schwierigkeiten dabei hat, in griechischen Buchstaben verfasste Speisekarten zu entziffern – die Griechen und Griechinnen stehen einem immer mit ihrer charmanten Art, einem gewissen Witz und einem warmen Lächeln zur Seite.

Dass das Land seit einigen Jahren in einer wirtschaftlichen Krise steckt, die Arbeitslosenzahlen hoch sind und viele Menschen mit wenig Geld auskommen müssen, merkt man zwar beim Schlendern durch die Stadt, wenn der Blick auf leerstehende Geschäfte und verfallene Häuser fällt. Dennoch ist die Atmosphäre in der Stadt entspannt und die Menschen strahlen eine enorme Fröhlichkeit aus.katja-fenkart-athen-2016-1

Ich hatte eigentlich zunächst keine großen Vorstellungen von der griechischen Hauptstadt – mal abgesehen von den berühmtesten Sehenswürdigkeiten wie etwa der Akropolis. Ich war aber im Handumdrehen begeistert von Athen. Hier findet sich eine einzigartige Mischung aus Alt und Neu: Auf der einen Seite warten antike Überbleibsel – eigentlich ÜBERALL in der ganzen Stadt: Neben der Akropolis mit den berühmten Tempeln Parthenon, Niketempel und Erechtheion, welche leider sowohl teuer als auch überfüllt ist, finden sich allein beim Spazieren durch die Stadt so gut wie überall Überreste antiker Kultur. Vorbei an zerfallenen Säulen, Ausgrabungsstätten und Ruinen, bei denen man sich dann nur denkt: Wie sahen diese Bauwerke wohl in ihrer Blütezeit aus? Die ganze Stadt ist ein großes Freilichtmuseum, das erkundet werden will – und wer die Stadt zu Fuß erkundet, muss dafür nicht mal was bezahlen! Natürlich sind auch die großen Sightseeing-Attraktionen definitiv einen Besuch wert, die Akropolis, die Agora oder das Olympieion sind auf jeden Fall beeindruckend, und Athen hat auch eine Vielzahl an Museen zu bieten. Als EU-StudentIn ist man da klar im Vorteil: Statt die teilweise übertrieben hohen Eintrittspreise zahlen zu müssen, können StudentInnen viele Ausgrabungsstätten und Museen gratis besuchen, also auf keinen Fall den Studierendenausweis daheim vergessen!

katja-fenkart-athen-2016-3Auf der anderen Seite findet man überall moderne Lokale und jede Menge Street Art! Die meisten Graffitis gibt’s wohl im Stadtteil Exarchia, über die Sicherheit in diesem Viertel herrschen allerdings geteilte Meinungen. Manche bezeichnen es als hippes, alternatives Studentenviertel, andere als Brutstätte von Ausschreitungen. Die Wahrheit liegt ja bekanntlich meist irgendwo dazwischen. Aber Street Art findet man auch an eher unerwarteten Orten: Wir sind zum Beispiel durch eine Gegend etwas abseits des Altstadtzentrums spaziert, direkt unter der Akropolis, und fanden dort neben weißen Häuschen und engen Gässchen zerfallene Gebäude und viele coole Graffitis!

In Athen gibt es unzählige Tavernen und Restaurants, die traditionelles griechisches Essen servieren. In der Altstadt wimmelt es nur so von Kellnern und Kellnerinnen, die Gäste (vor allem TouristInnen) in ihre Lokale locken wollen. Etwas abseits der „Plaka“ ist das schon nicht mehr so extrem. Man muss ab und zu ein bisschen Geduld haben, aber früher oder später kommt man immer an einem süßen kleinen Lokal vorbei, in dem man gerne etwas essen oder trinken möchte. Mir hat vor allem das „Kimolia“ super gefallen, ein kleines, charmantes Café – perfekt für eine Pause und einen kleinen Snack! Oder vielleicht für ein Glas griechischen Wein?! 😉

Stunden hätte ich auf dem Flohmarkt in der Altstadt verbringen können. An Sonntagen gibt es hier eine Vielzahl an Ständen, die Antiquitäten, Schmuck, Schallplatten, Bücherkatja-fenkart-athen-2016-2 und viele andere Dinge verkaufen. Wenn man genau schaut und sich ein bisschen Zeit nimmt, findet man hier sicher immer ein Schnäppchen! Nachdem mein Sammlerherz schon mal glücklich war, waren wir zum krönenden Abschluss im Open Air-Kino „Cine Paris“ – eines meiner absoluten Highlights des Athen-Trips! Das Kino befindet sich auf einer Terrasse, die von vielen Pflanzen gesäumt wird, es gibt eine kleine und relativ günstige Bar und sollte der Film (englischsprachig mit griechischem Untertitel) mal langweilig sein, bleibt immer noch der Blick auf die beleuchtete Akropolis. Der perfekte Abschluss für ein paar Tage in der geschichtsträchtigen Stadt!