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Thomas Brezinas Rezept für Motivation

Der Buchautor Thomas Brezina erzählt im Interview mit Lucas Ammann, wie sich ein erfolgreicher Schriftsteller täglich motiviert und wie sich sein Alltag während der Corona-Pandemie verändert hat. Bald will er wieder nach Vorarlberg kommen.

Herr Brezina, Sie haben in kurzer Zeit gleich zwei Bücher geschrieben, in denen es darum geht, wie wir in turbulenten Zeiten glücklich bleiben können. Woher nehmen Sie die Motivation, so viel über dieses Thema zu schreiben?

Thomas Brezina: Lebensfreude ist ein Thema, das mich mein Leben lang interessiert und beschäftigt hat. Ich habe erkannt, dass Freude und Glück kein Schicksal sind, sondern eine Einstellungssache. Dazu habe ich in meinem Leben viel gelernt und ausprobiert, weil es auch mir nicht immer nur gut geht, ich manchmal sehr verzweifle und traurig bin. Was mir geholfen hat diese Achterbahnfahrt des Lebens besser zu bewältigen, will ich weitergeben. Derzeit noch mehr als sonst.

Wie sehr hat sich Ihr Alltag als Schriftsteller eigentlich verändert? Was geht Ihnen am meisten ab?

Thomas Brezina: Mein Alltag als Schriftsteller ist gleich geblieben. Ich sitze in meinem Arbeitszimmer und schreibe. Allein. Danach aber nicht unter Menschen gehen zu können, hat mir sehr gefehlt. Genau wie meine zweite Heimat London. Dankbar bin ich für mein herrliches Zuhause in Wien und meine kleine Familie.

In Ihren Büchern geht es um Glück: Kann man Glücklichsein lernen?

Thomas Brezina: Ja. Absolut. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse. Glück ist kein Greifvogel, der sich fallweise von oben auf uns stürzt. Glück im Leben gilt es zu erkennen, zu pflegen, anzuziehen und mit größter Dankbarkeit zu sehen. Sich für sein Glück verantwortlich zu sehen, im Rahmen dessen, was man selbst tun kann, gibt Freiheit und Möglichkeit. Darum geht es auch in meinem Buch. Dort beschreibe ich, was mir seit vielen Jahren sehr hilft auf einer glücklichen Spur zu bleiben. Das gelingt aber auch mir nicht immer, denn wir sind alle Menschen.

Ihr zuletzt veröffentlichtes Buch heißt „7,7 Geheimnisse des Glücks“. Wieso grad 7,7 Geheimnisse?

Thomas Brezina: Es sind eigentlich acht Geheimnisse, aber das 8. ist besonders wichtig und gerade daran sollen sich alle LeserInnen immer leicht erinnern. Mit einer so ungewöhnlichen Zahl wie 7,7 geht das viel einfacher. Weil dieses 7,7. Geheimnis erst am Ende gelesen werden soll, habe ich es sogar ein bisschen im Buch versteckt.

„Die 7,7 Geheimnisse des Glücks“ heißt das neue Buch von Thomas Brezina. © Verlag

Was empfehlen Sie SchülerInnen, die zuhause im ‚Home-Schooling‘ nach Motivation suchen?

Thomas Brezina: 1) Die Arbeit in kleine Portionen einteilen. 2) Tagesziele setzen. Und eine Belohnung versprechen, wenn man das Tagesziel schafft. Die Tagesziele müssen realistisch sein. 3) Geschaffte Tagesziele sind Erfolgserlebnisse, die Kraft geben. 4) Einige Minuten am Tag dafür verwenden, sich vorzustellen, wie es sich anfühlen wird, wenn man das Ziel der ganzen Arbeit geschafft hat. Das kann beispielsweise das bestandene Schuljahr oder der Schulabschluss sein. Auf diese Weise schreibe ich übrigens seit 30 Jahren meinen Bücher.

Sie haben bei der Buchmesse „Buch am Bach“ im Mai 2020 (Fritz Fantom Lesung, Anm.) teilgenommen, die dieses Jahr online stattfinden musste. Erschwert es Ihre Arbeit, wenn Sie keine persönlichen Lesungen durchführen können?

Thomas Brezina: Persönliche Begegnungen sind für mich als Autor und für die LeserInnen ein besonderes und wunderbares Erlebnis. Das Video konnte ich allerdings gestalten und mit vielen Bildern versehen. Es ist immer wieder abrufbar und erreicht am Ende mehr Menschen, als eine Lesung. Ich war sehr begeistert, dass „Buch am Bach“ diesen Weg gewählt hat für dieses Jahr.

Sofern Sie bald wieder durch Österreich reisen können: Kommen Sie auch zu uns nach Vorarlberg?

Thomas Brezina: Sehr, sehr gerne. Ich freue mich heute schon. Eigentlich hätte ich dieses Jahr zu den Festspielen kommen sollen. Das wird nun nächstes Jahr der Fall sein – darauf freue ich mich. Vorfreude ist eine besondere Freude.

Beitragsbild: © Lukas Beck