Ausland

ESK-Freiwillige in Vorarlberg

Das Leben in Vorarlberg ist für manche ganz normal, für manche aber total neu und ungewohnt. Wir haben bei ESK-Freiwilligen aus ganz Europa nachgefragt, welchen Kulturschock sie in Vorarlberg erlebt haben:

Alicia Perea García (23) aus Spanien ist ESK-Freiwillige in der OJA Lauterach

„Mich hat es beindruckt, dass alles steril ist, wie zum Beispiel die Restaurants, die Stadt und die Autos und Fahrräder. In Vorarlberg ist es sehr sauber und auch ruhiger. Im Gegensatz zu Spanien, ist es hier natürlich deutlich kühler.“

Aysima Doğan (23) aus der Türkei ist ESK-Freiwillige in der OJA Dornbirn

„Mir ist aufgefallen, dass wenn es darum geht, neue Leute zu treffen, die Österreicher*innen kühler und weniger offen sind. In meiner Kultur ist es normaler und entspannter, sich mit Leuten zu treffen, die man noch nicht so gut kennt.“

Andrés F. Caruncho Faci (27) aus Spanien ist ESK-Freiwilliger bei der Kath. Jugend und Jungschar Vorarlberg

„Für mich war es neu, dass die Leute nicht einfach so rumhängen, ohne einen Grund. In Spanien ist es üblich, sich mit Familie und Freund*innen zu treffen, ohne einen konkreten Plan. Die Leute hier treffen sich, um etwas Bestimmtes zu machen, zum Beispiel zum Wandern oder ins Kino gehen.“

Beatriz Almeida (21) aus Portugal ist ESK-Freiwillige im Sunnahof

„In Portugal essen wir normalerweise mindestens zwei Mahlzeiten mehr am Tag als die Österreicher*innen, und wenn ich meiner Mutter sagen würde, dass ich Nudeln und Käse zum Mittagessen hatte, wäre sie sehr besorgt um meine Gesundheit.“

Alba Collar (22) aus Spanien ist ESK-Freiwillige in der OJA Hohenems

„Der größte Unterschied zwischen Madrid und Vorarlberg, den ich wahrnehme, ist der Lärm in der Stadt. Ich lebe in einer großen Stadt und draußen gibt es immer Lärm und viele Menschen. Vorarlberg aber ist ein Land mit kleinen Städten und es ist immer sehr ruhig.“

Fühlst du dich als ein Teil von Europa?

Alicia

„Nicht wirklich. Bevor ich hierherkam, habe ich nie darüber nachgedacht, mich als Europäerin zu fühlen. Aber hier hörte ich, wie Leute über die Bedeutung der Nähe zu anderen Ländern sprachen. Ich fühlte mich weit davon entfernt. Ich schätze, dass das Leben im Süden Europas und das Teilen der Sprache mit einem anderen ganzen Kontinent nicht dasselbe sind wie das Leben in der Mitte Europas. Also nein, ich fühle mich nicht als Teil Europas.“

Alba

„Ich fühle mich zwar als Teil Europas, aber nur weil ich hier in Österreich gemerkt habe, dass man als europäische*r Bürger*in alles sehr leicht hat. Aber Menschen, die nicht zu Europa gehören, haben es schwieriger, ein Leben in Europa zu führen.“

Julia Hergerdt (19) aus Deutschland ist ESK-Freiwillige in der OJKA Bregenz

„Manchmal ja. Vor dem ESK hatte ich nie wirklich irgendeine Verbindung zu Europa bzw. dessen Vorteilen. Zudem stehe ich definitiv nicht hinter allen Taten der EU und wie sie differenziert zwischen Menschengruppen.“