AuslandESK-Freiwilligendienst

Wie viel kann man in nur 2 Wochen erleben?

Schon wieder ein Camp

Nachdem ich zwei Jahre zuvor bereits ein ESK-Teamprojekt gemacht hatte und dieses eine unglaublich tolle Erfahrung war und sehr viel Spaß gemacht hat, war es wieder Zeit für ein weiteres Camp. Doch genau deshalb, weil das erste Camp so toll war, schwirrte mir nun ein Gedanke im Kopf umher, der mich nicht mehr loslassen wollte:

„Wird dieses Projekt auch so cool werden, wie mein erstes Projekt in Frankreich?“

Natürlich wusste ich, dass ein anderes Projekt mit neuen Leuten und komplett anderer Arbeit nicht das Gleiche werden konnte. Deshalb habe ich versucht, ohne Erwartungen an das Projekt heranzugehen, was natürlich einfacher gesagt als getan ist. Doch dazu später mehr. Zuallererst: Was war das überhaupt für ein Projekt, bei dem ich da gearbeitet habe?

Das Camp

„Organic Farming in the Camphill Community“ hieß das Projekt, an dem ich im Sommer 2023 für zwei Wochen teilgenommen habe. Zusammen mit neun anderen Freiwilligen habe ich dort auf einer kleinen Gemüsefarm gelebt, bei der ein ganz besonderes, gemeinschaftliches Wohnkonzept praktiziert wird: Am Hof wohnte die Farmerfamilie gemeinsam mit beeinträchtigten Menschen und teils auch deren Sozialarbeiter*innen zusammen. Dadurch entstand eine große Gemeinschaft, die mich persönlich schwer beeindruckt hat. Besonders auffallend war die Zufriedenheit der Menschen dort und das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur.

 Was haben wir den ganzen Tag gemacht?

Unsere Arbeit hat sich aus verschiedensten Tätigkeiten wie Ernten von Gemüse und Obst, Unkraut jäten oder Setzlinge einpflanzen zusammengesetzt. Doch Arbeiten ist nicht das richtige Wort, denn diese Tätigkeiten haben sich nicht wie Arbeit angefühlt. Damit ihr eine bessere Vorstellung davon bekommt, möchte ich euch eine meiner Lieblingstätigkeiten vorstellen: die Kürbisernte! Wie der Name schon sagt, wartete dabei ein Feld voller Kürbisse darauf, geerntet zu werden. Das bedeutete zuallererst einmal, dass die Frucht zwischen den ganzen Kürbisblättern und hohen Gräsern gefunden werden musste. War man dabei erfolgreich, wurde der Kürbis wie ein Ball von Person zu Person geworfen bis die letzte Person, welche auf einem Anhänger stand, den Kürbis in eine große Holzkiste einsortierte. Dabei wurde im Hintergrund stets Musik über eine Bluetooth-Box abgespielt, um den eigenen Musikhorizont um regionale Hits zu erweitern oder um internationale Klassiker abzuspielen. Bei besonders guten Songs konnte das Tanzen und Singen nicht verhindert werden und der nächste Kürbis musste noch geduldig auf seine Ernte warten! 😉

Freizeit

Mit der Lage unserer Unterkunft hatten wir Glück, denn nur drei Minuten entfernt war ein großer Fluss, in dem wir regelmäßig baden gegangen sind. Abgesehen davon waren die Felder perfekt für einen Spaziergang und die Hügel in der Umgebung haben sich für eine Wanderung optimal geeignet. Natürlich haben wir auch umliegende Ortschaften erkundet, wo gerade zu dieser Zeit ein Weinfestival mit Livemusik stattgefunden hat, welches sehr viel Spaß gemacht hat.

Und, was natürlich auch nicht fehlen durfte, waren unzählige gemütliche Abende im Gemeinschaftsraum am Hof. Diese haben wir mit einer Vielzahl von Spielen, Singen, Tanzen und Gitarre spielen verbracht.

Fazit

Einfach war es nicht. Zumindest habe ich mir schwergetan, nach meiner tollen Erfahrung bei meinem ersten Workcamp ohne Erwartungen in das Projekt zu starten. Doch meine Bedenken, so hat sich herausgestellt, waren komplett überflüssig. Das ganze Projekt hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Und ich weiß, es klingt viel zu klischeehaft, aber ich habe sehr viele Dinge über mich selbst und über andere gelernt.

Doch das Beste an diesem Camp waren auf jeden Fall die Menschen, die dort waren, denn diese haben das Projekt ausgemacht. Die Freundschaften, die ich geschlossen habe, sind etwas ganz Besonderes und ich hoffe, sie werden noch lange erhalten bleiben!

Ich bin zutiefst dankbar, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Unglaublich, wie viel ich in nur zwei Wochen erleben durfte. Eine Zeit, voller wunderschöner Erlebnisse und Erfahrungen, die ich nie vergessen werde!

Tipps für zukünftige Freiwillige

  • Vernetze dich mit anderen Freiwilligen, bevor das Projekt startet. Vielleicht reist ihr ja mit demselben Zug an.
  • Überlege dir bereits vor der Abreise, ob du einen Tag dranhängen möchtest, um beispielsweise eine Stadt in der Nähe zu besichtigen.
  • Genieße es und habe Spaß!