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Unvergessliches Praktikum in Sardinien …

Als unser 10-wöchiges Pflichtpraktikum der  HAK Bezau immer näher rückte und meiner Freundin Pia und mir ein „normales“ Praktikum zu langweilig war, haben wir uns entschlossen, dieses im Ausland zu absolvieren.

Vorerst waren wir uns einig, dass es der englischsprachige Raum sein sollte, doch nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach war ein Hotel für unser Praktikum zu finden. Nach unzähligen Absagen und unentgeltlichen Angeboten stimmten wir zu nach Italien zu gehen, da unser Italienischlehrer eine Anfrage eines Hotels in Sardinien bekommen hatte.

EingangAnfang Juni hieß es dann, auf Wiedersehen Österreich und Ciao bella Italia 🙂

Dort angekommen waren wir zunächst begeistert vom Wetter und von der ganzen Hotelanlage, doch leider stellte sich schnell heraus dass es die Personalzuständigen nicht so gut mit uns meinten. Wir arbeiteten über 46 Stunden pro Woche, vertraglich ausgemacht waren 40. Wir bekamen nur halbe Tage frei, somit wäre ein Ausflug in die umliegenden Städte, Dörfer und Strände nur mit viel Stress verbunden möglich gewesen. Im Vertrag ausgemacht war ein Mindeststundenlohn von 3,15 € (ca. 500 € monatlich bei 40 Stunden pro Woche). Als wir dann mitten in der 2. Woche waren, sagte unser Chef ohne irgendeine Begründung wir bekämen doch nur 2,17 € (ca. 400 € monatlich bei 46 Stunden pro Woche). Von diesem Geld, das wie versprochen Ende Monat überwiesen werden sollte, haben wir bis heute noch keinen Cent gesehen. Außerdem wohnten wir mit unserem Servicechef und seiner Frau zusammen in einer Wohnung. Unser Bereich der Wohnung grenzte sich jedoch in ein kleines Zimmer mit einem Bett und einem winzigen Kleiderschrank ein – und das zu zweit, für 10 Wochen!

 

Als wir alle diese Zustände unserem Lehrer mitteilten, rief er unseren Chef an und sagte es müsse sich sofort etwas ändern. Nach dem Anruf drohte uns unser Chef, wir bekämen noch weniger frei wenn unser Lehrer noch mehrmals anrufen würde. Nach 3 Wochen Arbeitszeit (gesamt in den 21 Tagen nur 1,5 Tage frei) beschlossen wir, mit der Unterstützung unseres Lehrers und unserem Direktor, unser Praktikum in Sardinien abzubrechen und es in Österreich fertig zu machen. Nachdem wir unserem Chef den Abbruch mitteilten, war ihm sogar ein „Ciao!“ zu viel und wir merkten noch einmal, wie viel wir Praktikanten in diesem Hotel wert waren. Unterkunft

Ich bereue die Entscheidung, mein Praktikum im Ausland zu absolvieren, keineswegs. Obwohl es nicht wie gewünscht verlaufen ist, ist es eine Erfahrung, aus der ich irgendwann profitieren werde. Ich kann es jedem nur empfehlen, denn nirgends wird man selbstständiger als wenn man sich alleine ins Ausland begibt.