AusLand

Raus aus dem Hamsterrad

Wir haben es getan! Jobs und Wohnung gekündigt und den Aufbruch ins Ungewisse gewagt. Am 1. Oktober 2017 sind wir mit unseren vollgepackten Backpacks, ein paar Abschiedstränen im Gesicht, aber auch mit sehr viel Euphorie, in den Flieger gestiegen und nach Bangkok abgehoben. Ein Rückflugticket hatten wir nicht. Unser lang ersehnter Traum, eine gemeinsame Weltreise, hatte begonnen. Wir konnten es selbst kaum glauben: WE DID IT!

Ein unglaubliches Gefühl, das man kaum in Worte fassen kann!

Ausbrechen aus einem gesettelten Leben ist nicht ganz so easy wie gedacht. Aber 100% “totally-worth-it“. Die Zeit auf Weltreise war bisher die Beste unseres Lebens.

Wieder zurück in Österreich werden wir oft gefragt, wie wir es denn eigentlich geschafft haben, solch eine lange Reise im Vorfeld zu planen. Auf was geachtet werden muss, wie lange die Vorbereitung dauern sollte, wie Entscheidungen getroffen werden, was solch ein Vorhaben kostet und wie um Himmelswillen es überhaupt zu dieser Schnapsidee gekommen ist.

Was wir gleich vorwegnehmen möchten: Wir waren nicht dieses klassische Klischee-Weltreise-Pärchen, das ein Jahr davor schon alles fix und fertig plant, 100 To-Do-Listen schreibt, mindestens einen Monat im Voraus den Rucksack Probe packt und alle möglichen “Was könnte unterwegs so alles passieren?” Blogs liest. Okay, vielleicht den Einen oder Anderen schon.

Was für eine Art von Weltreise-Pärchen sind wir denn dann?

Wir zählen wohl eher zum Typ Chaos-Traveller. Nein, Spaß beiseite, aber neben zwei Vollzeitjobs inkl. Überstunden in Wien hatten wir nicht einmal die Zeit, unseren Reise-Blog vorzubereiten. Davon abgesehen haben wir uns sowieso immer vorgenommen nicht zu viel im Voraus zu planen, um vor Ort flexibler zu sein. Den ein oder anderen Input hatten wir aber natürlich schon parat. Vor allem können wir nun wirklich aus Erfahrung sprechen. 😉

Hätten wir es wieder so gemacht?

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo mittendrin. Der Vorteil einer durchgetakteten Weltreise liegt hauptsächlich darin, dass man vor Ort mehr Zeit zum Erleben & Genießen hat und viel weniger organisieren muss. Da haben wir andere Reisende manchmal sehr beneidet. Der Nachteil liegt auch auf der Hand: Es ist alles durchgeplant und damit wenig flexibel. Vielleicht gefällt es uns an einem Ort besonders gut oder das Gegenteil ist der Fall. Vielleicht möchten wir diesen ausgeschriebenen Thai-Kochkurs unbedingt noch machen oder in der Schule in Myanmar einen Tag unterrichten. Vielleicht möchten wir bei Einheimischen wohnen, diesen speziellen Trek machen, eine völlig andere Route nehmen, weil es am Pass zwischen Bolivien und Chile schneit. Vielleicht werden wir krank und müssen langsamer reisen. Vielleicht wollen wir ein Weilchen in einem Land arbeiten oder länger auf der kleinen, einsamen Insel bleiben und einfach einmal nichts tun. Die Liste kann unendlich fortgesetzt werden. Jetzt aber genug aus dem Nähkästchen geplaudert. Auf zu den wirklich nützlichen Dingen:

Wie haben wir unsere Reise denn nun konkret geplant?

1. Die Bucketlist

Jeder von uns hat sich unabhängig voneinander seine eigene kleine oder größere Wunschliste erstellt. Natürlich waren es dann viel zu viele Orte, die wir gerne besuchen wollten. Somit haben wir uns überlegt diese zu bewerten/kategorisieren. Glaubt es oder nicht: Wir haben dafür sogar extra eine dicke-fette Excel-Tabelle erstellt.

2. Die ideale Reisezeit

Diesen Punkt finden wir im Nachhinein noch wichtiger als zuvor. In Südamerikas Hochland kann man gewisse Dinge nämlich schlicht und einfach nicht machen, wenn es heißt: “Winter is coming”. Hier geht es gar nicht einmal darum, dass man immer die beste Reisezeit rausfiltert. Super sind auch Übergangsmonate. Oder, wenn man sich traut, in der Südsee auch die rainy season zu nutzen, beispielsweise aufgrund der dann verfügbaren Rabatte. Wir haben dafür dieses praktische Tool verwendet: https://weltreise-info.de/route/reisezeiten.html. Parallele Recherchen zu den Ferienzeiten sind auch nicht schlecht. Wir waren nämlich in den US-Ferien auf O’ahu in Hawai’i und trauten unseren Augen nicht, wie viele Autos sich im Schneckentempo auf dieser traumhaften Insel stauen können.

3. Die Zeit pro Destination

Diesen Punkt kann man eigentlich nicht vorausplanen. Man könnte fast überall länger bleiben als vorab geplant. Allerdings haben wir trotzdem ungefähre Zeitangaben angenommen, damit wir eine Ahnung davon hatten, wie viele Destinationen wir innerhalb der geplanten sechs Monate bereisen können. Im Endeffekt wurden zehn Monate daraus.

4. Das Budget

Natürlich nicht unwichtig. Wir haben das Thema so gelöst, dass wir pro Region einen Tagessatz recherchiert haben. Bei den Recherchen ist es wichtig von Reisenden mit ähnlichem Reiseverhalten auszugehen. Natürlich hatten wir auch einen maximalen Betrag im Kopf, den wir insgesamt zur Verfügung hatten. Da haben wir dann ganz schnell gemerkt, dass wir in manchen Destinationen wohl nicht allzu lange verweilen können oder wir unterwegs ein zusätzliches Einkommen generieren müssen.

5. Die Routenplanung

Das Coolste aber auch Schwierigste ist es dann, die Destinationen geschickt aneinanderzureihen (und sich dabei einig zu werden). Wir wussten: Wir wollen einmal um den Globus, wobei wir bestimmte Fixpunkte, wie z.B. Südostasien, Hawai’i, Mexiko, Südamerika, definiert hatten. Alles andere haben wir grob drumherum geplant. Vieles ist dann auch erst unterwegs entstanden.

Was wir herausgefunden haben ist, dass man bei den Überseeflügen oftmals gut beraten ist, diese frühzeitig zu buchen. Natürlich gibt es manchmal Last-Minute Angebote (die wir auch teilweise genutzt haben) aber einen groben Plan und ein paar Fixpunkte zu haben ist mitunter nicht schlecht.

Alle Überlandflüge sowie den Heimflug haben wir unterwegs gebucht. Den Heimflug, weil wir einfach kein fixes Ende definieren wollten. Für Überlandflüge gilt nach unseren Erfahrungen die Faustregel: Die günstigsten Preise findet man 1-3 Wochen vor dem geplanten Flug. Zu kurzfristig gebucht kann es teilweise auch teuer werden. Wir verlinken euch unten noch ein paar gute Seiten, um Flüge zu finden.

6. Die Versicherung

Wir hatten eine All-in-One Reiseversicherung von STA Travel und sind damit im Großen und Ganzen gut gereist. Probleme gab es, als wir die Reisedauer unterwegs verlängern wollten. Für flexiblere Reisende gibt es andere Anbieter, wie z.B. Care Concept.

7. Die Impfungen

Wenn man sich impfen lassen will, muss man sich natürlich im Vorfeld darum kümmern. Eine gute Möglichkeit ist das Tropeninstitut oder das MA15 in Wien, wo wir uns vor unserer ersten Fernreise beraten lassen haben. Es gibt auch Hausärzte mit Zusatzausbildung in der Reisemedizin.

8. Der internationale Führerschein

Diesen haben wir uns beim ÖAMTC geholt. Gebraucht haben wir diesen schlussendlich nur in Neuseeland, in Mexiko und auf Hawai’i. Sonst hat der Pass gereicht.

9. Die Ausrüstung

Der spaßigste Teil der Planung, aber auch der kostenintensivste. Natürlich haben wir gute Backpacks, gute Regenjacken und allerhand anderen Krims-Krams für die Reise besorgt.

Tipp: Von Familie und Freunden schenken lassen, wenn man früh genug dran ist. Zum Thema Technik ist ein gutes Sicherungssystem für digitale Medien sehr wichtig! Wir haben uns für zwei getrennt voneinander aufbewahrte externe Festplatten entschieden. Dazu kamen Laptops, Smartphones, Kameras usw.

10. Das Startdatum

Ein konkretes Startdatum festzulegen ist gar nicht so leicht, vor allem wenn man Job und Wohnung kündigen muss. Kündigungsfristen beachten! Wir haben im Mai beschlossen den Schritt zu wagen, auf Ende August gekündigt und am 1. Oktober ging es dann auch schon los.
Im Nachhinein würden wir sagen: Es war dann doch etwas knapp!

11. Die Wohnungseinrichtung

Wir haben die Einrichtung fast vollständig über Online-Gebrauchtbörsen verkauft. Das kostet Zeit und Nerven. Wir haben es in knapp zwei Wochen geschafft, was allerdings sehr knapp bemessen war. Einen kleinen Teil unserer Sachen haben wir bei unserer Familie untergestellt.

12. Das Packen

Ja, wir haben auf den letzten Drücker gepackt. Ja, das hätten wir früher machen können. Geschafft haben wir es trotzdem. Wichtig dazu: Weniger ist mehr. Wir haben unterwegs noch drastisch reduziert. 12kg am Rücken sind entspannter als 15kg.

14. Die Geldversorgung

Einer der wichtigsten Punkte. Jeder von uns hatte jeweils zwei Kreditkarten (eine Prepaid Karte und eine Kreditkarte) und eine Bankomatkarte für den Fall, dass eine Karte gestohlen oder gesperrt wird. Letzteres ist uns auch zweimal passiert. Eine Kreditkarte wurde wegen Missbrauchs gesperrt, die zweite wegen verdächtiger Kontobewegungen.

15. Das Visum

Vorher abklären, für welche Länder ihr ein Visa benötigt. Mittlerweile kann man diese oftmals online beantragen. Sonst kann es passieren, dass ihr in Bangkok eine Woche auf das Visa von Myanmar warten müsst, weil die Botschaft urlaubsbedingt geschlossen ist.

16. Die Finanzierung

Wir haben uns ein separates Reisesparkonto angelegt und ein Sparziel gesetzt. Mit einem automatischen Abschöpfungsauftrag haben wir versucht unser Sparziel zu erreichen. Für unsere 10-monatige Weltreise haben wir, jeweils mit Vollzeitjob, ca. 3 Jahre gespart.

Und welche Websites, Blogs und Co. können wir empfehlen?

Für ein gemütliches Bett vor Ort:

http://www.airbnb.com
http://www.booking.com
http://www.hostelworld.com
http://www.agoda.com
http://www.couchsurfing.com
http://www.booking.com

Wie suchen und buchen wir unsere Flüge?

http://www.checkfelix.com
http://www.flightconnections.com
http://www.googleflights.com
http://www.skyscanner.com
http://www.momondo.com

Zum Verkaufen:

http://www.willhaben.at
http://www.momondo.com
http://www.facebook.com

Unsere Lieblings-Blogs:

http://www.thebackpackway.com
Julia & Berni sind gute Freunde von uns und waren sechs Monate in Südostasien unterwegs. Ihr findet auf ihrem Blog super Tipps zu Bali, Hongkong den Philippinen, Indonesien usw.

http://www.travelbuddies.at
Tanja & Christoph haben uns inspiriert endlich den großen Schritt Weltreise zu wagen. Hier gibt es wirklich super Tipps rund um die Planung, Route, Versicherung, …

http://www.saltinourhair.com
Hannah & Nick haben den ultimativen Travel-Blog. Hier findet ihr alles, was ihr wissen müsst. Außerdem lieben wir ihre Instastories und Vlogs

https://blog.geh-mal-reisen.de/
Anja & Daniel kennt ihr wahrscheinlich schon, wenn ihr euch bereits mit dem Thema Weltreise auseinandergesetzt habt. Hier gibt’s echt gute Tipps rund ums Weltbereisen, Routen planen, Tipps vor Ort und auch zum Heimkommen. Seit kurzem gibt es übrigens einen Podcast: Prädikat hörenswert ;).

http://purpurpineapples.com/
Natürlich würden wir uns sehr freuen, wenn ihr auch auf unserem Blog vorbeischaut. Hier gibt’s coole Stories aus Peru, Fiji, Australien, Kambodscha, Myanmar and many more to come.

Nützliche Websites zur Routenplanung:

https://www.statravel.at/reiseplanung.htm
Hier gibt es mögliche Weltreise-Routen und auch Blogposts, die für die Routenplanung sehr nützlich sein können.

http://www.off-the-path.com/
Gegründet 2011 von Sebastian, mittlerweile ein ganzes Team. Coole Routenvorschläge, nettes Design, Adventure-Blog halt. Mögen wir.

Tipp:

Am 18. Jänner 2019 (13 bis 17 Uhr) erzählen Ela und Dodo über ihre Erlebnisse auf ihrer Weltreise bei der Auslandsmesse welt weit weg im WIFI in Dornbirn. https://www.aha.or.at/welt-weit-weg