AuslandYouth Reporter

Sala … was?

Über eine in Österreich recht unbekannte Stadt in Spanien

Sie gehört zu den ältesten Universitätsstädten Europas. Wer „reines“ Standardspanisch lernen möchte, ist hier an der richtigen Adresse, denn in der Hauptstadt von Kastilien und León wird das akzentfreieste Spanisch gesprochen. Sie ist Teil des UNESCO Weltkulturerbe und wurde 2002 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Es sind einige nennenswerte Eigenschaften, die diese Stadt aufweist. Und doch starren mich viele Menschen erst einmal verwirrt an, wenn ich ihnen verrate, wo ich mein Erasmussemester verbracht habe („Sala … was?).

Zuzugeben: Bevor ich anfing für das Thema Erasmus zu recherchieren, hatte ich selbst noch nie etwas von Salamanca gehört; ist sie doch in Österreich ein eher unbekanntes Urlaubsziel im Vergleich zu Madrid oder Barcelona. Dabei steht Salamanca diesen Großstädten in Nichts nach und ist nicht von Touristen überlaufen. Gerade für junge Menschen stellt sie ein beliebtes Reiseziel dar.

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt bildet eine eigene Sehenswürdigkeit. Die Universitätskomplexe, Kathedralen und Wohnhäuser aus Sandstein machen Salamanca zu einem echten Hingucker und einer wunderbaren Location für Instagram-Fotos 😉.

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem:

  • der Aufstieg auf die neue bzw. alte Kathedrale
  • der alte Universitätskomplex (Cielo de Salamanca, Escuelas Menores)
  • die Puente Romano (Romanische Brücke)
  • der Plaza Mayor (Rathausplatz)
  • die Casa de las Conchas (Haus der Muscheln)

Empfehlenswert sind gratis Walking Tours durch die Stadt, da diese nicht allzu lange dauern und man von den Touristen Guides noch die eine oder andere spannende Geschichte über Salamanca erfährt. Diese werden meistens in Englisch oder Spanisch gehalten. Bei Rundgängen mit Audioguides wird oft auch Deutsch angeboten.

Zudem gibt es zahlreiche Museen, wie das Universitätsmuseum, das Automobilmuseum, ein Kunstmuseum (Casa de Lis) und viele weitere.

Wer im September in Salamanca unterwegs ist, darf sich nicht den arabisch angehauchten Mittelaltermarkt oder die Fest-Woche im Zeichen der Stadtpatronin (Virgen de la Vega) entgehen lassen. In dieser Zeit befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand: Im Zentrum gibt es an allen Ecken sogenannte Casetas (ähnlich zu unseren Christkindlmärkten) und es gibt von vormittags bis nachts zahlreiche Unterhaltungsangebote wie Konzerte, Akrobatikshows, Clowns usw.

Nachtleben

Für junge Menschen ist auch das Nachtleben in einem anderen Land interessant. Bars und Diskotheken gibt es in Salamanca wie Sand am Meer. In der sogenannten Gran Vía befindet sich das Ausgeh-Viertel, wo sich die Bars und Clubs fast stapeln. Bei der großen Auswahl ist es ratsam, sich durchzuprobieren, schließlich ist für jeden Musikgeschmack und für jeden Feier-Typ was dabei. Wichtige Treffpunkte für Erasmus-StudentInnen bilden das Paniagua, La Chupitería oder The Irish Theater. Für Erasmus-Studierende werden zu Beginn des Semesters oft extra Veranstaltungen organisiert, die ganz im Zeichen des Kennenlernens stehen. Der Besuch dieser Events ist sehr ratsam, da es anfangs leichter ist, Bekanntschaften zu machen.

Zudem sei erwähnt, dass die Ausgehzeiten in Spanien etwas anders sind als in Österreich. Da erst um 22 Uhr zu Abend gegessen wird, füllen sich viele Clubs erst rund um Mitternacht und noch später. Deshalb kann es bei spanischen Partys etwas später werden.

Meine persönlichen Highlights:

Cafe Niebla Bar

La Chupitería

The Music Factory

Vintage Cocktail Bar

Molly Malone

St. Patricks

El Puerto de Chus

Astaroth

Paniagua

Vegetarierin in Spanien?!

Wer behauptet, dass es VegetarierInnen in Spanien schwer haben, hat Recht – und Unrecht. Die spanische Küche ist bekannt dafür, ziemlich fleisch- bzw. fischlastig zu sein. Doch heutzutage gibt es in zahlreichen Restaurants vegetarische/vegane Alternativen auf der Speisekarte und wenn nicht, muss man sich an Herz fassen und etwas frech beim Kellner oder der Kellnerin selbst nachfragen.

Essen gehen

Restaurants gibt es in Salamanca zu Genüge – und gute dazu. Ob Tapas, 3-Gänge-Menüs, asiatische, griechische oder italienische Küche, es ist bestimmt für jedeN etwas dabei. Meine persönlichen Favoriten sind:

Mandala ideal für Tapas oder Kaffee und Kuchen

Manolita für den kleinen Hunger und eine gemütliche Lernatmosphäre

Salam sättigendes, günstiges Menü

La Pepita sehr gutes Burgerrestaurant

El Minutejo Günstige Tapas

Caledonia gemütlich, leckeres Essen, aber nicht allzu große Portionen

Bambú etwas teurer, dafür empfehlenswerte Tapas

El principito vielfältige Karte, große Portionen

El Laurel vegetarisches Restaurant, günstiges Menü mit großen Portionen (WICHTIG: vorher reservieren)

Zazu Bistro etwas teurer, dafür sehr gemütlich und gutes Essen

El Valor Gute Churros (die besten und zugleich günstigsten Churros gibt es allerdings in kleinen, unscheinbaren Churro-Cafés, die meistens nur vormittags geöffnet haben)

La Tahona de la Abuela eine Bäckerei-Kette mit üblichen spanischen Gebäcke

Vegane Restaurants

El Gastro Vegan etwas rauchig zubereitet, aber ansonsten nicht schlecht

Magenta tolle Atmosphäre, bester Kuchen

Vividero lecker und schnell

Für den/die eineN oder andereN heikleN Kandidaten/Kanditatin gibt es noch Fast-Food-Ketten wie MCDonald’s, Burger King und 100 Montaditos.

Plastikfrei einkaufen

Wer seinen Verpackungsmüll reduzieren möchte, kann das auch in Salamanca. An allen Ecken warten freundliche GemüsehändlerInnen darauf, ihre Ware anzubringen, die zumeist noch regional ist. Da die VerkäuferInnen jedoch meistens alles in Plastikbeutel einpacken, am besten einen eigenen Jutebeutel mitnehmen und die Händler höflich bitte, die Ware doch dort zu verstauen. Außerdem gibt es im Zentrum genug Verpackungsfrei-Läden, die über ein beeindruckend großes Sortiment verfügen und zudem günstiger sind als in Österreich. Auch in Supermärkten wie La plaza kann man seine Ware aus der Gemüseabteilung unverpackt und ohne Klebezettel in den Einkaufswagen legen – abgewogen wird es bei der Kasse. Im Gadis, einer weiteren Supermarktkette, gibt es zudem kleine Beutel, die sich für das Einpacken von Obst und Gemüse eignen.

aha-Tipp

In unserer aha Home Edition – welt weit weg erzählen Jugendliche von ihren Auslandserfahrungen und ihren Erlebnissen bei Weltreisen oder beim ESK-Freiwilligendienst. Alle Termine findest du unter www.aha.or.at/aha-home-edition-wwweg