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Wandern auf Madeira

Mein Partner und ich lieben beide die Natur und so reizte uns die Blumeninsel Madeira im Juli 2017 für einen zehntägigen Wanderurlaub. Wir haben uns von Daheim aus einen kleinen Flitzer über www.billiger-mietwagen.de gemietet. Tipp: Informier dich vorher, welcher Sprit-Typ im Reiseland günstiger ist und lass dir vor Ort keinen weiteren Firlefanz von der Autovermietung aufschwatzen. Bevor du den Automietvertrag unterzeichnest, vergewissere dich vor Ort auf etwaige Mängel oder Schäden am Auto. Dokumentiere auch den Zustand des Autos mit Fotos bei der Rückgabe. Für den Hin- und Rückflug (München – Funchal inkl. Gepäck) haben wir pro Person € 320,- bezahlt. Tipp: suche nach dem günstigsten Flugpreis auf mehreren Billigflugsuchmaschinen und überprüfe, ob der Flug beim direkten Buchen auf der Webseite der Airline billiger kommt. Bei uns war dies der Fall.

Die nächsten zehn Tage auf Madeira waren gezeichnet vom immerwährendem Grün, den Blumen soweit unsere Augen reichten, den herzlichen typischen Madeira-Häuschen, der unberührten Natur, den abenteuerlichen Wanderungen, den Tunnel und Levadas, der wildromantischen Atlantikküste und dem leckerem Essen und dem köstlichem Wein. Unser stetiger und treuer Begleiter war der Wanderreiseführer von Rolf Goetz „Die schönsten Levada- und Bergwanderungen“. Die Touren sind detailliert und realitätsnah beschrieben. Gerne nehme ich euch auf unsere Wanderabenteuer mit:

Tag 1: Vormittags Wanderung auf den Pico Ruivo (Tour 33). Eine sehr leichte Wanderung mit einer faszinierenden Kulisse. Rundum war alles saftig grün und wir hatten immer einen tollen Ausblick. Vom Gipfel sieht man die eine Hälfte der Insel. Immer umgeben vom Meer. Traumhaft schön. Nachmittags machten wir uns zur Halbinsel Sao Lourenco (Tour 12) auf. Komplettes Gegenteil zum Vormittag, da im Süden zur Sommerszeit alles sehr trocken ist. Sonnencreme also nicht vergessen! Eine wunderbare Wanderung entlang der imposanten Küste bis hoch zum Ende des Kaps. Hier und da sieht man ein Flugzeug in Funchal landen – was bei dieser Landebahn und den windigen Voraussetzungen sehr beeindruckend ist.

Tag 2: Entspannungstag – da ich aufgrund eines Splittervorfalles in meinem Fuß ins Krankenhaus musste. Wir machten also das Beste aus der Zwangswanderpause und fuhren mit dem Auto einfach drauf los. Richtung Westen immer entlang der Küste. Was übrigens nie langweilig wird, weil die Ortschaften und die Küste an sich unbeschreiblich bezaubernd sind. Auf dem Heimweg fuhren wir über die Hochebene Paul da Serra. Hier und da ein kleiner Spaziergang. Den Abend ließen wir in Ponta do Sol ausklingen. Schönes kleines Dörfchen mit Steinbadebucht und vielen netten Cafés.

Tag 3: Der frühe Vogel fängt den Wurm – nach diesem Motto starteten wir um 8.30 Uhr unsere Tour nach Caldeiro Verde und Caldeiro do Inferno (Tour 28 + 29) am Ausgangspunkt in Queimadas. Hier empfiehlt es sich früh genug loszugehen, da diese Tour sehr beliebt ist und nach Mittag meistens gar keine freien Parkplätze mehr zur Verfügung stehen. Auf unserem Retourweg kamen uns Massen an gebuchten Gruppenwanderungen entgegen. Das war eine typische Levada-Wanderung – sprich man wandert die meiste Zeit entlang eines künstlichen Wasserpfades. Wir fühlten uns wie Tarzan und Jane. Paradiesisch. Immer wieder Wasserfälle, unendliches Grün, die vielen stockfinsteren Tunnel und der Höhlenkessel machten diese Levada-Wanderung zu einer unserer Favoriten. Tipp: Stirnlampe nicht vergessen und immer schön den Kopf einziehen!

Tag 4: Für diesen Vormittag stand eine gemütliche, kurze Küstenwanderung an (Tour 25). Der An- und Abstieg hatte es bei dieser Hitze jedoch in sich. Im Sommer aufgrund der Temperaturen am Abend bestimmt empfehlenswerter. Tolle Küstenwanderung entlang der faszinierenden Atlantikküsten. Am Nachmittag fuhren wir dann nach Machico und gingen dort an einem Sandstrand baden.

Tag 5: Am fünften Tag wanderten wir vom Ribeiro Frio nach Portela und wieder zurück. Eine klassische Levada-Wanderung – Dschungelfeeling pur und ganz viele von den süßen Bachspatzen und Schmetterlingen begleiteten uns. Einfach wunderbar! Am Nachmittag genossen wir den Sonnenschein auf unserem großen Balkon in Santana. Wir wohnten die ersten sieben Nächte in einer Unterkunft namens „AL Perola Dourada“, welche wir über www.airbnb.com gefunden und dann günstiger bei www.booking.com gebucht hatten. Die Vermieterin Maria ist unglaublich herzlich, hilfsbereit und um jedes Bedürfnis ihrer Gäste stets bemüht. Die Apartments sind riesig, sauber und richtig gemütlich eingerichtet. Am Abend fuhren wir zum Aussichtspunkt „Sáo Cristováo“ – ein Traum. Auf unserem Heimweg blieben wir ein paar Mal stehen und haben Madeira bei Nacht auf uns wirken lassen. Es gibt immer wieder mal am Küstenweg ein paar wunderschöne Aussichtspunkte. Herrlich.

Tag 6: Die Tour Nummer 14 führte uns vom Canical Tunnel zum Örtchen Porto da Cruz. Am Anfang ist die Strecke ein bisschen eintönig und langweilig, da man vom Dorf hoch zur Küste läuft. Einmal oben angelangt wünschte man sich nie wieder gehen zu müssen. Diese Küstenwanderung war märchenhaft idyllisch und die Schönheit dieses Erdenfleckchens besänftigte Körper, Geist und Seele. die Tour war im Wanderführer als schwarz gekennzeichnet – sprich absolute Schwindel- und Trittsicherheit ist Voraussetzung. Daher trafen wir keine Menschenseele auf der gesamten Wanderstrecke. Genialer Tipp: man könnte auch mit dem Auto zum Endpunkt in Porto da Cruz fahren und von dort nur den reinen Küstenteil wandern und dieselbe Strecke wieder retour gehen. Da würde sich die Wanderzeit um zwei Stunden verkürzen. Oder man genießt dort oben einfach nur den Sonnenuntergang.

Tag 7: Fahrt nach Paul da Serra für die Wanderung Levada da Bica da Cana (Tour 47). Im Sommer viel zu heiß, alles sehr dürr und trocken und daher nicht empfehlenswert. Wir brachen die Wanderung auf halber Strecke ab und entschlossen uns bei dieser Hitze lieber das Kühle aufzusuchen. Gesagt, getan: auf zum Sandstrand in Calheta. Am Abend ging es nach Funchal – hier erwartete uns unsere Unterkunft für die letzten zwei Nächte. Ein wunderbares Apartment „Mericias Gorgeous View“, Gehzeit ins Stadtzentrum gute dreißig Minuten und ideal um Funchal sowie Umgebung zu entdecken. Ebenfalls über www.airbnb.com gefunden.

Die letzten zwei Tage erkundigten wir den Stadtkern von Funchal und gingen fleißig Baden und Sonne tanken an verschiedenen Badebuchten. Calheta blieb unser Lieblingsbadeort. Sehenswert in Funchal ist der große Markt, das Story Museum sowie die vielen, charmanten, kleinen Gässchen und natürlich für alle Fußball-Fanatiker das Cristiano Ronaldo Museum.

Wir haben uns in diese entzückende, geheimnisvolle, malerische, friedvolle, erholsame und naturbelassene Insel verliebt. Auf ein Wiedersehen querida Madeira. Obrigada!