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Jugend in Aktion

Ich arbeite 50% in der Caritas Werkstätte Bludenz. Regelmäßig erhalte ich die „News International“ – ein monatlicher E-Mail-Newsletter des aha. In diesem Newsletter sind unter anderem auch europäische Weiterbildungsangebote für Jugendliche, die mit Jugendlichen arbeiten, enthalten. Ich stieß auf das Seminar von Jugend in Aktion „Mobility Taster“, das mich sehr interessierte und bewarb mich um die Teilnahme. Ich hatte das Glück ausgesucht zu werden und reiste deshalb im Februar nach Finnland.

Das Seminar

johanna-amann-2016-3Am 9. Februar war Anreisetag. Das Training fand in einem Hotel mitten in der Natur in der Nähe von Helsinki statt. Nach dem gemeinsamen Abendessen gab es ein erstes Kennenlernen und Ice-Breaking-Spiele. Am zweiten Tag gab es Informationen über Hintergrundkonzepte wie Inklusion, Diversität etc. und die Möglichkeiten der KeyAction 1. Am Nachmittag hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit seine Organisation und seine Zielgruppe an Jugendlichen zu beschreiben und in einem „Organisationsmarkt“ zu präsentieren, um so in den Austausch zu kommen. Gegen Ende des Tages musste jeder Teilnehmer sich einen Partner suchen und mit diesem entscheiden, ob das Interesse eher auf eine Jugendbegegnung oder einen Europäischen Freiwilligendienst hinausläuft. Zur Erholung gab es am Abend noch den Film „Butterfly Circus“ und eine persönliche Reflexionszeit.

Der dritte Tag stand unter dem Titel „Simulation Exercise“. Mit unserem Partner mussten wir den Prozess bis zur Abgabe eines Projekts bei der Nationalagentur (NA) durchlaufen. Wir mussten eine Organisation erfinden, unsere Zielgruppe und die Bedürfnisse der Jugendlichen beschreiben sowie eine Projektidee entwickeln. Dann gab es eine Plattform mit Plakaten, wo wir andere Organisationen und Projektideen sahen. In der nächsten Phase hieß es Partner finden und ein Projekt ausarbeiten. Um dabei möglichst der Realität zu entsprechen, durften wir mit den anderen Organisationen nur via Postbote oder simuliertem Skypemeeting in Kontakt treten. Während des ganzen Prozesses standen Berater von SALTO, NA und eine Living Library zur Verfügung, die wir bei Fragen konsultieren konnten. Das fertige Projekt wurde samt Budgetplan bei der NA eingereicht und wir erhielten ein Feedback.

Am Nachmittag waren noch Jugendliche aus Finnland zu Besuch, die die beste Projektbewerbung 2015 gemacht hatten und von ihren Erfahrungen erzählten. Gegen Abend besuchten wir noch in Helsinki die Organisation IRIS, bei der zwei stark sehbeeinträchtigte Jugendliche ihre Projekte und Jugendinitiativen präsentierten.johanna-amann-2016-4

Am letzten wirklichen Trainingstag reflektierten wir unsere Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Jugendbegegnung oder eines Europäischen Freiwilligendienstes. Daraus resultierend galt es nächste Schritte zu planen. Am Nachmittag stand wie üblich eine Evaluation auf dem Programm und letzte Fragen wurden geklärt. Am letzten Abend gab es noch eine Faschingsparty bevor am Samstag nach dem Frühstück die Rückreise begann.

Mein persönlicher Nutzen

johanna-amann-2016-5Mir persönlich hat das Training sehr gut gefallen, weil ich Menschen aus 25 verschiedenen Nationen und ihre Organisationen kennen lernen konnte.
Das Training war sehr gut und zielführend aufgebaut. Ich empfand es auch als sehr intensiv, da eine hohe Motivation in der Gruppe spürbar war. Toll war, dass Inklusion in der Gruppe gelebt wurde, so nahmen etwa eine Frau aus Weißrussland mit einer Gehbeeinträchtigung und ein gehörloser Finne am Training teil.

Ich hatte vor dem Training keine Ahnung, wie es zu einer Jugendbegegnung oder einem Europäischen Freiwilligendienst kommt. Ich hatte zwar schon als Jugendliche teilgenommen, allerdings wusste ich über den Antrag oder die Partnersuche gar nichts. Insofern waren sehr viele Informationen neu für mich.

Andere Dinge, wie z.B. Youthpass kannte ich schon recht gut. Ich konnte von den Erfahrungen, die andere Gruppenmitglieder hatten, profitieren. Was ich von den finnischen Besuchern mitnehme, ist ihre Schilderung, wie sie von Anfang an die Jugendlichen mit in den Prozess des Projektantrags eingebunden haben. Ich habe ein realistisches Bild davon, wie eine Jugendbegegnung zu Stande kommen könnte. Wichtig ist für mich, genau zu wissen, was die Jugendlichen wollen und was die Organisation will. Beim Schreiben des Projektantrags ist es unumgänglich, die Beweggründe, warum und wie ich etwas mache zu erklären, denn die NA kann nicht meine Gedanken lesen.