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Wenn ein Virus die Universitäten schließt

Das Corona Virus hat sich auch in Österreich verbreitet und die beschlossenen Maßnahmen sind auch für StudentInnen in Wien deutlich spürbar.

Schon seit Wochen wird über den Virus Covid-19 berichtet. In China gab es die ersten Fälle und von dort aus hat der Virus die Welt „erobert“. Er kam nach Europa, versetzte Italien in einen Krisenzustand und hat nun auch Österreich erreicht. Doch bis vor kurzem lachten noch alle über diesen Virus. Während die ersten Hamsterkäufe gemacht wurden, nahm der Großteil der ÖsterreicherInnen die Gefahr immer noch nicht wahr. Letzte Woche wurde es dann ernst. Am Mittwoch schloss die Hauptuniversität Wien ihre Tore und die anderen Hochschulen und Universitäten taten es ihr gleich. In den ersten Tagen wurden noch Prüfungen geschrieben und alle Tische doppelt und dreifach desinfiziert. Doch auch das hatte ein Ende. Nun gibt es nur noch Online-Prüfungen und es wird über Moodle etcetera unterrichtet, was leider nicht immer einwandfrei funktioniert.

Das Leben ging weiter wie bisher

Obwohl keine größeren Veranstaltungen mehr stattfanden und die Universitäten geschlossen waren, hielten sich immer noch viele ÖsterreicherInnen außer Haus auf. Am Wochenende wurde das gute Wetter ausgenutzt. Im Augarten tobten Kinder umher und ihre Eltern plauderten entspannt mit FreundInnen. Einige Meter weiter saßen StudentInnen auf dem Boden und diskutierten über Gott und die Welt. Die Eiscafés am Schwedenplatz waren zwar nicht so gut besucht wie normalerweise, dennoch traf man dort auf einige Menschen. Auch entlang des Donaukanals versammelten sich wie immer die jungen Leute und genossen die Sonne. Die Welt schien noch normal zu sein.

Drastische Maßnahmen

Doch seit Montag ist alles anders. Von der Regierung wurde eine Ausgangsbeschränkung ins Leben gerufen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Alle Menschen sollen wenn möglich zu Hause bleiben und soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren. „Die meisten Menschen halten sich an die neuen Regeln. Man sieht fast keine Menschen mehr auf der Straße und auch die Situation in den Supermärkten hat sich verbessert, das Chaos scheint vorbei zu sein“, erzählt Laetitia aus Thal, die momentan in Wien Ernährungswissenschaften studiert.  In der U-Bahn sieht man keine Menschenseele. Auf den Straßen erblickt man nur vereinzelt Personen, die sich auf dem Weg zum nächsten Supermarkt befinden. Auch Marie aus Rankweil unterstützt die Maßnahmen. „Wir leben in einem Staat, der etwas unternimmt und nicht wie andere Länder einfach nichts macht. Gerade als StudentIn sollte man zuhause bleiben. Sich selbst gefährdet man beim Verlassen der Wohnung zwar nicht unbedingt, doch die Gefahr Personen aus den Risikogruppen anzustecken ist einfach viel zu groß!“

In Wien bleiben oder doch lieber zurück ins Ländle fahren?

Zu Beginn des home-learnings haben die StudentInnen noch überlegt, was sie in der „freien Zeit“ alles unternehmen könnten. Viele kamen dabei auf die Idee in den Urlaub zu fahren oder Feste zu veranstalten. Mittlerweile sind die meisten jedoch zur Vernunft gekommen. Geplante Hauspartys werden abgesagt, die Gedanken an eine Reise erscheinen lächerlich und alle bleiben brav in ihren Wohnungen. Die Frage, ob sie in Wien bleiben oder heim ins Ländle fahren sollen, stellten sich jedoch viele VorarlbergerInnen. Einige sind schon gefahren, andere bleiben bewusst in der Stadt und wieder andere zerbrechen sich über diese Entscheidung immer noch den Kopf. „Zuhause ist es einfach schöner als in meinem Studentenwohnheimzimmer und in Wien kann man momentan eh nichts mehr unternehmen. Außerdem machen sich meine Eltern langsam Sorgen um mich“, so erklärt Paul seine Entscheidung heim nach Lustenau zu fahren. Marie hat die Ausgangsbeschränkung kommen sehen und ist deshalb schon vor ein paar Tagen mit dem Zug nach Vorarlberg gefahren. Im Gegensatz dazu bleibt Laetitia in Wien. „Meine Großeltern wohnen im gleichen Haus wie ich. Ich möchte nicht nach Hause fahren und sie dann anstecken. Dieses Risiko will ich einfach nicht eingehen“, sagt die junge Studentin. Außerdem würden ihre Mitbewohnerinnen auch in Wien bleiben, ganz allein wird sie also nicht sein.

Egal ob ihr momentan in Wien oder im Ländle seid, ihr die Zeit mit euren MitbewohnerInnen oder mit eurer Familie verbringt: Bleibt bitte daheim!

 

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