AuslandESK-Freiwilligendienst

Die Stadt der Zwerge

Vor gut einem Jahr starteten die Recherchen für mich. Der eigentliche Grund eine Zeit lang im Ausland zu sein, war zum einen um mich sozial zu engagieren, zum anderem, um meine Englischkenntnisse zu verbessern. Durch die Hilfe des aha habe ich mein Reiseziel gefunden – Wrocław, Polen. Ich übernahm die Stelle einer Freiwilligen, welche ihr Projekt wegen familiären Gründen früher beendete. In der Organisation MODE foundation, die Jugendliche bei ihrer ausbildenden Entwicklung unterstützt, Freiwillige aufnimmt, sowie selbst eine Sende-Organisation für den Freiwilligendienst des Europäischen Solidaritätskorps ist.

Am 6. Jänner 2020 ging meine Reise mit dem Zug nach Polen los. 🚂

Die WG

Am Bahnhof in Wrocław wurde ich von einem Taxi abgeholt, welches von der Organisation bereitgestellt wurde. Vor der Unterkunft wurde mir dann klar, dass ich nun gleich meine neuen MitbewohnerInnen kennen lernen werde, das machte mich richtig nervös. Zwischen dem Bewerbungsschreiben und der Abreise vergingen gerade einmal zwei Monate und ein Skype-Gespräch mit einer Mitarbeiterin von MODE foundation.
Es gab gar keinen Grund nervös zu sein. Die Italienerin, welche mit mir das Zimmer teilte, hat mich herzlich aufgenommen. Ich fühlte mich schnell wohl. Die WG bestand aus 4 Mädchen –  jeweils eine aus Italien, Brasilien, Portugal und Österreich – und 2 Jungen – aus Frankreich, sowie Spanien. Manche von ihnen waren an anderen Projekten, an anderen Standorten in Wrocław beschäftigt. Jedoch hatten wir den gleichen Unterkunftsstandort, da wir dieselbe Gastgeberorganisation hatten.
Im Laufe des Freiwilligendienstes wurde uns wegen den Covid19 Bedingungen eine andere Unterkunft zugeteilt. Dadurch hatte ich unteranderem neue Mitbewohner von anderen Kulturen, wie Bolivien.

Die Corona-Zeit

Als ich mich auf dem Weg in meinen neuen Lebensabschnitt machte, konnte ich nicht ahnen, welche Situationen sich durch das Corona-Virus ergeben. Am Anfang war es schwer zu verstehen wie ich diese Situation meistern sollte. Es waren schon zwei Monate seit der Ankunft vergangen. Ich lernte mein Umfeld und meine Arbeitsstelle kennen und fand neue Freunde. Doch dass sich von Heute auf Morgen „alles“ verändern konnte, auf das war ich nicht vorbereitet.

In Polen herrschte Anfangs eine generelle Ausgangssperre. Ausnahme waren wichtige Einkäufe. Das Haus durfte nur mit Maske verlassen werden. 😷 Somit waren wir für einen Monat so zusagen in unserer Wohnung eingesperrt. Danach war es möglich die Wohnung für einen Spaziergang zu verlassen. Dabei hatte ich genügend Zeit die fast menschenleere Stadt zu genießen, auch wenn keine Bars und Clubs offen hatten. Ich machte mich auf die Suche nach den Bronze-Zwergen, welche in der Stadt verteilt sind.

Nun könnte einer glauben, dass es schlimm war. – Die Antwort lautet NEIN! Ich war ja nicht alleine in dieser Wohnung. Wir hatten aneinander und die Unterstützung der Organisationen. Unsere kreative Seite blühte auf. Es entstanden Workout-Einheiten, wir backten zusammen und hatten sogar musikalische Zeiten. Außerdem bekamen wir noch immer Aufgaben von unserer Organisation, da wir Homeoffice hatten.
Durch den guten Kontakt zu der Sende-, sowie der Gastgeberorganisation fühlte ich mich zudem nicht allein gelassen.

Die Organisation

MODE foundation unterstützte mich bei meinen Ideen – Somit konnte ich mich kreativ auszutoben. Das Erlernen von Videobearbeitungsprogrammen und das Weitergeben meiner Skills im Haarflechten zählte auch dazu. Zudem hatte ich die Chance bei Workshops über Kulturen, welche von MODE foundation in verschiedenen Schulen veranstaltet wurden, aktiv zu helfen und Österreich, unteranderem auch üsa Ländle, zu präsentieren. 🏔️
Durch meine Arbeitsstelle war es mir möglich mein Englisch zu verbessern, da unsere Unterhaltungen nur in Englisch stattgefunden haben. 🗣️

Rückblickend

Es muss nicht alles nach Plan laufen, um „perfekt“ zu sein!
Die neun Monate in Polen waren eine echt großartige Zeit. Mir wurde es ermöglicht die unterschiedlichen Kulturen kennen zu lernen. Natürlich habe ich unbewusst der polnischen Gesellschaft angepasst, was mir bei meiner Rückkehr bewusst wurde.

Zudem haben sich meine Englischkenntnisse deutlich verbessert. Mir gelang dadurch eine positive Matura! 🤓📝✍🏻